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Erstellung eines professionellen Firmen- bzw. Privatbriefes unter Verwendung von Eingabefeldern, Variablen und bedingtem TextAn wen richtet sich diese Anleitung?Sie haben eine Firma oder arbeiten in einer
Behörde und haben zahlreiche Dokumente mit nahezu gleichem
Inhalt zu versenden? Das ist eigentlich der klassische Anwendungsfall
für einen Serienbrief. Aber lohnt sich der Aufwand die Adressen
in einer Datenbank zu erfassen, wenn ich genau weiß, dass ich
dem Empfänger nur ein Anschreiben schicke? Natürlich muss
auch der Inhalt des Dokuments dem Empfänger individuell
angepasst sein. Das ist mit einem Serienbrief nur bedingt möglich.
Auch datenschutzrechtliche Gründe können dem Sammeln von
Adressen in Datenbanken entgegenstehen. Trotzdem ist eine rationelle
Abarbeitung des zeitraubenden Schriftverkehrs notwendig. Meist
hat man mehrere verschiedene Typen von Schreiben zu verfassen. Dann
lohnt es sich, Vorlagen für die einzelnen Dokumenttypen z.B.
Anschreiben, Rechnung, Bescheid, etc- anzulegen. Das haben Sie
vermutlich schon getan. Aber wäre es nicht praktisch, wenn Sie
das Programm beim Erstellen eines neuen Dokuments gleich nach der
Empfängeradresse und weiteren variablen Angaben, z.B. der
Rechnungssumme fragen würde? Diese könnten doch auch gleich
an die richtigen Stellen im Dokument eingtragen werden. Bei der
Gelegenheit könnte OpenOffice.org doch gleich die richtige
Anrede für den Empfänger, z.B. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit mit OpenOffice.org! Allgemeines:Diese Anleitung soll Ihnen helfen, einen Überblick über die Möglichkeiten der Verwendung von Variablen in Verbindung mit Eingabefeldern in OpenOffice.org zu gewinnen. Das Ganze erfolgt ohne Programmierung! Es werden nur im Programm enthaltene Funktionen angewendet und kombiniert. Als Beispiel wurde ein Anschreiben gewählt, das in Firmen und Behörden sicher öfter Verwendung findet. Dabei soll der Nutzer im Adressfeld außer den Adressdaten einmal den Typ des Adressaten (Frau, Herr, Firma, Familie u.ä) bestimmen. Aus diesen Angaben soll dann im Dokumententext die Anrede automatisch bestimmt werden. Die hier beschriebenen Schritte sind nur einmal auszuführen. Daher lohnt sich der sicher etwas höhere Aufwand zur Erstellung der Vorlage auf jeden Fall, denn Sie werden in Zukunft bei jedem Dokument Zeit und Tipparbeit sparen!! Was sind Eingabefelder und wozu dienen sie?Die OpenOffice.org Hilfe sagt Folgendes dazu: "Dieser Dialog dient zur Definition eines Eingabefeldes. Es gibt zwei Arten von Eingabefeldern, die in das Dokument eingefügt werden können: Funktionsfelder vom Typ Eingabefeld dienen zur Texteingabe, während Variablenfelder vom Typ Eingabefeld zur Definition eines neuen Variablenwertes dienen. Wenn Sie in einem Dokument auf einen Feldbefehl vom Typ Eingabefeld treffen, wechselt der Mauszeiger sein Aussehen in eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Durch Anklicken öffnet sich dieser Dialog, und Sie können den im unteren Textfeld angezeigten Text oder den Wert editieren." Vereinfacht gesagt kann man mit Eingabefeldern Text an vordefinierte Stellen im Dokument einfügen oder eine Variable (keine Angst es wird nicht programmiert) zur späteren Steuerung des Dokuments definieren. Wie geht's nun wirklich?1. Einfügen der VariablenErzeugen Sie ein neues Textdokument über DATEI - NEU - TEXTDOKUMENT.Zunächst definieren Sie zwei Variablen, die im weiteren Verlauf benötigt werden. Gestalten Sie das Layout nach Ihren Wünschen. Sie können z.B. eine Kopfzeile mit Firmenlogo und Anschrift und eine Fußzeile mit Ihrer Bankverbindung anzeigen. 1.1 Definieren der Variable "Anrede"Fügen Sie am Anfang des Textbereichs eine Variable wie folgt ein: Klicken Sie in der Menüleiste auf EINFÜGEN - FELDBEFEHL - ANDERE. Dieser Dialog sieht je nach Betriebssystem (hier Windows XP) etwa so aus:
1.2 Definieren der Variable "Name"Als Nächstes benötigen wir noch eine weitere Variable für den Namen des Adressaten, denn der Nutzer der Vorlage soll ihn nur einmal pro Dokument eingeben müssen. Fügen Sie eine neue Variable ein! Verwenden Sie nun die Tastenkombination für Profis <STRG> + <F2>. Sie können natürlich auch das Menü EINFÜGEN - FELDBEFEHL - ANDERE - VARIABLE verwenden. Die neue Variable heißt Name und ist vom Typ Text (weitere Formate). Setzen Sie auch hier wieder den Haken vor unsichtbar. Als WERT der Variablen tragen Sie bitte nur ein Leerzeichen ein. Erst jetzt können Sie den Dialog mit Einfügen und Schließen verlassen. Sie werden sehen, dass sich die Mühe des Definierens von Variablen gelohnt hat! Beim Erstellen eines neuen Dokuments auf Basis der Vorlage soll ein Eingabefeld erscheinen, in dem der Nutzer durch Eingeben einer Zahl den Typ des Empfängers bestimmt. Dabei sollen die einzelnen Zahlen folgenden Typen entsprechen:
Sie können die Typen natürlich beliebig ändern und ergänzen. Dieses Eingabefeld werden Sie nun erstellen. 1.3 Erzeugen des Eingabefeldes zur Steuerung der AnredeIn das folgende Eingabefeld wird vom
Benutzer die Ziffer getippt, welche die Anrede im Dokument steuert.
In diesem Fall wurde eine Zahl gewählt, weil man Tipparbeit
spart. Sie könnten auch Buchstaben, oder ganze Wörter
verwenden. Drücken Sie <STRG> +
<F2>! Es erscheint der Ihnen bekannte Dialog für die
Feldbefehle. Wählen Sie wieder den Reiter VARIABLEN!
Klicken Sie links bei Feldtyp auf Eingabefeld, in der
Mitte bei Auswahl auf Anrede und rechts bei Format
auf -1234 (Zahl). Nun müssen Sie noch bei Hinweis
(unten in der Mitte) einen kurzen Tipp für den Nutzer eingeben,
damit er weiß, was er in diesem Eingabefeld tun soll. In
unserem Fall soll eine Zahl eingegeben werden. Der Hinweis könnte
also lauten: 1=Frau 2=Herr 3=Firma 4=Familie Nachdem
Sie den Hinweistext eingegeben haben, klicken Sie auf Einfügen!
Nun erscheint Ihr Eingabefeld am Bildschirm. Nun können Sie das
Eingabefeld mit einer Standardanrede vorbelegen. Das kann also z.B.
die 1 für "Frau" sein. Bestätigen Sie das Eingabefeld
mit OK.
In Ihrem Textdokument steht nun eine grau hinterlegte EINS. Diese soll natürlich nicht mit gedruckt werden, denn sie dient nur zur Steuerung des Dokuments. Dazu setzen Sie die Zeichenfarbe auf weiß. Gehen Sie dazu mit den Cursortasten vor die Zahl und drücken Sie <SHIFT> + <CURSOR RECHTS> auf dem Cursorblock Ihrer Tastatur. Damit ist das Feld markiert. Alternativ können Sie die 1 auch mit der Maus markieren. Klicken Sie nun in der Menüleiste auf FORMAT - ZEICHEN und stellen Sie dort unter dem Reiter SCHRIFTEFFEKT die Schriftfarbe auf Weiß! 2. Erstellen des Adressbereichs mit EingabefeldernNun können wir beginnen den eigentlichen Adressbereich zu gestalten. Bestätigen Sie den Dialog mit Einfügen!
Es erscheint das Eingabefeld am Bildschirm. Da der Vorname bzw.
Firmenname in jedem Anschreiben ein anderer ist, bestätigen Sie
einfach mit OK. Verlassen Sie den Dialog mit Schließen!
Sie sehen in Ihrem Dokument ein graues Kästchen. Das ist Ihr
Eingabefeld - noch ohne Inhalt. Die folgende Abbildung verdeutlicht
Ihnen die eben beschriebenen Schritte.
Als
Nächstes fügen Sie ein Eingabefeld für den Nachnamen
ein!
Wechseln
Sie auf die nächste Zeile. Dort sollen Straße und
Hausnummer stehen. 3. Bestimmen der Anrede durch bedingten TextIn diesem Abschnitt erfahren Sie, wie die bereits definierten Variablen dazu verwenden können, die Anrede in Ihrem Dokument automatisch erzeugen zu lassen. Folgende Schritte sind dafür notwendig: Wechseln Sie an die Stelle im Dokument, an der die Anrede stehen soll. Geben Sie als Anrede Folgendes ein: Sehr geehrte Als Nächstes werden Sie
bedingten Text erzeugen, der die eben erzeugte Anrede
vervollständigt. Keine Angst, es ist mit OpenOffice.org ganz
einfach! Setzen
Sie den Cursor direkt hinter das letzte Zeichen der Anrede (Sehr
geehrte), wenn er nicht schon dort steht. Rufen Sie als Nächstes
wieder den Dialog der Feldbefehle mit <STRG> + <F2>
auf. Wählen Sie den Reiter FUNKTIONEN
aus. Klicken Sie in der linken Spalte (Feldtyp) auf Bedingter
Text! Geben Sie auf
der rechten Seite als BEDINGUNG
Folgendes ein: Anrede == 1
(Anm.: Bei den Zeichen zwischen Anrede und der Eins handelt es sich
um zwei Gleichheitszeichen)
Wichtig:
Vergessen Sie nicht das kleine r
und das Leerzeichen danach! Nun haben Sie eine passende Anrede für den Empfänger in der Anrede. Es fehlt nur noch der Name. Den haben Sie weiter oben in Ihrer Vorlage schon "mühsam" als Variable definiert. Darauf greifen Sie jetzt zurück! Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
Nun haben Sie es tatsächlich geschafft. Es ging doch ganz ohne
Programmierung, oder? Jetzt können Sie den Textteil Ihres
Dokumentes entsprechend Ihrer Bedürfnisse gestalten. Sollten Sie
den Namen des Empfängers an weiteren Stellen in Ihrem Schreiben
benötigen, so können Sie jederzeit mit dem richtigen
Feldbefehl wieder darauf zurückgreifen. Als letzte Tätigkeit speichern Sie Ihre Vorlage als Dokumentvorlage mit der Erweiterung .stw ab! Probieren Sie Ihre neue Vorlage doch gleich einmal aus! Erstellen Sie ein neues Dokument auf Basis Ihrer Dokumentvorlage! Es sollten nacheinander die Eingabefelder erscheinen und Sie nach den Empfängerangaben fragen. Dann sollte die Anrede schon fix und fertig im Dokument stehen. 4. Fehlersuche und BehebungWenn Sie mit Variablen arbeiten, kann es vorkommen, dass Ihre Dokumentvorlage nicht das gewünschte Verhalten zeigt. Versuchen Sie die bereits definierten Variablen zu löschen und neu zu erstellen. Wie Sie Variablen löschen erfahren Sie im nächsten Abschnitt. 4.1 Löschen einer Variablen
Variablen lassen sich erst löschen, wenn alle Stellen, an denen die Variable im Dokument verwendet wird, gelöscht wurden. Sie können leicht überprüfen, ob das der Fall ist.
4.2 Weitere mögliche FehlerquellenSollte das Zusammenspiel von Variablen, Eingabefeldern und bedingtem Text nicht so funktionieren, wie Sie das wünschen, können Sie folgende Maßnahmen zur Fehlersuche durchführen.
Zusammenfassung
Sie haben die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Variablen,
Eingabefeldern und bedingtem Text kennengelernt. Die Festlegung von
Empfängerangaben und Anrede sind nur eine Möglichkeit des
Einsatzes von Variablen und Eingabefeldern. Entwickeln Sie Ihre
eigenen Anwendungen!
Danksagung:Ich möchte mich bei folgenden Personen und Firmen bedanken, die mir geholfen haben diese Anleitung zu schreiben. Zuerst gilt mein Dank dem Hauptsponsor SUN Microsystems, ohne dessen Freigabe des Quellcodes von StarOffice das ganze OpenOffice.org - Projekt nicht möglich gewesen wäre. Weiterhin möchte ich mich bei den Mitgliedern des deutschen OpenOffice.org - Teams bedanken. Durch Ihre Arbeit auf den deutschen Mailinglisten habe ich viel über die Funktionen von OpenOffice.org und den korrekten Umgang mit mailinglisten gelernt. Dieses Wissen möchte ich weitergeben. Mein ganz besonderer Dank gilt meinen Korrekturlesern Piet Gobbers, Sven Vermeulen, Andy Marty und Martin Webermann die mir wertvolle Hinweise zu Inhalt, Formatierung und Rechtschreibung gaben.
Plauen, 01.01.2004 Olaf Eichhorn
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